Digitale Krankschreibung (eAU) - ihre Ausstellung und Besonderheiten

Folgen

Die Ausstellung von “Kind-Krank-eAUs” sind aktuell noch nicht möglich.

Für eine Ausstellung von "kassenärztlichen eAUs" ist es nach einer Entscheidung des GBA aus dem Juli 2020 weiterhin notwendig, dass Ihnen der/die PatientIn persönlich bekannt ist. Die Pressemitteilung finden Sie hier. 

 

Allgemeines:
Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist das gesetzlich vorgesehene Nachweismittel, mit dem der/die Arbeitnehmerin seinem/r ArbeitgeberIn die Arbeitsunfähigkeit und deren Dauer nachweist. Ihr kommt ein hoher Beweiswert zu. 

Bei der über TeleClinic ausgestellten Bescheinigung handelt es sich um eine

  • private Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausschließlich zur Vorlage beim Arbeitgeber, die keiner Formvorschrift unterliegt.
  • Es ist zwingend notwendig, dass die Behandlung durch einen "Videocall" erfolgt und dieser auch dokumentiert ist.
  • Sie kann maximal zweimal innerhalb von 90 Tagen ab Ausstellung der ersten AU (Erst- und Folgebescheinigung) und maximal für sieben Tage am Stück ausgestellt werden.

Hier geht TeleClinic strikter vor als es aus rechtlicher Perspektive erforderlich wäre, da Fälle, die eine längere Arbeitsunfähigkeit mit sich ziehen, medizinisch vor Ort abgeklärt werden sollten.

  • Die AU-Bescheinigungen der TeleClinic sind also für Kurzzeiterkrankungen ausgelegt. 
  • Der Patient wird darauf hingewiesen, dass die AUs der TeleClinic keine Gültigkeit haben, um Krankentagegeld von der Krankenkasse zu beziehen.

 

Rechtliches:
Gegenüber ArbeitgeberInnen haben die AU-Bescheinigungen, die über die TeleClinic ausgestellt werden, sowohl für KassenpatientInnen als auch für PrivatpatientInnen volle Rechtsgültigkeit, da hier eine private AU ausreicht und die Regelungen im Verhältnis zu gesetzlichen Krankenkassen (z.B. die GBA Richtlinie) nicht einschlägig sind. 

In jedem Fall empfehlen wir ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen den Umgang mit digitalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen im Voraus zu klären.

Bestreitet der/die ArbeitgeberIn trotz der vorgelegten ordnungsgemäß erteilten ärztlichen Bescheinigung die Arbeitsunfähigkeit, muss er Tatsachen vortragen, die ernsthafte Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen und dadurch den Beweiswert der ärztlichen Bescheinigung erschüttern.
Das Zustandekommen des Arztgespräches über Telemedizin alleine ist keine solche Tatsache. 
Denn in jedem konkreten Fall konnte der über TeleClinic behandelnde ÄrztIn sich allein aufgrund der bei der Fernbehandlung zur Verfügung stehenden Untersuchungsmittel davon überzeugen, dass diese Patientin/dieser Patient erkrankt und aufgrund der Erkrankung nicht in der Lage ist, ihre/seine berufliche Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum auszuüben.

 

 

War dieser Beitrag hilfreich?
1 von 1 fanden dies hilfreich

Kommentare

0 Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu hinterlassen.