Digitale Krankschreibung (AU) - ihre Ausstellung und Besonderheiten

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TeleClinic bietet den Patienten seit April 2019 die Möglichkeit an, nach einem persönlichen Arztgespräch mit ärztlicher Begutachtung elektronisch eine Diagnose sowie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) über die TeleClinic Plattform zu erhalten. Möglich wurde dies, durch die Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes im Mai 2018 durch den Deutschen Ärztetag. Seitdem dürfen Ärzte Patienten zum Beispiel am Telefon oder per Video-Telefonat behandeln.

  • Es ist zwingend notwendig, dass die Behandlung durch einen "Videocall" erfolgt und dieser auch dokumentiert ist.

Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist das gesetzlich vorgesehene Nachweismittel, mit dem der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren Dauer nachweist. Ihr kommt ein hoher Beweiswert zu. 
Bei der über TeleClinic ausgestellten Bescheinigung handelt es sich um eine

  • private Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausschließlich zur Vorlage beim Arbeitgeber, die keiner Formvorschrift unterliegt.

Sie wird von über TeleClinic behandelnden Ärzten, mit deutscher Approbation und gültiger Zulassung als Facharzt in Deutschland,

  • maximal zweimal innerhalb von 90 Tagen ab Ausstellung der ersten AU (Erst- und Folgebescheinigung) und maximal für sieben Tage am Stück ausgestellt.

Hier geht TeleClinic strikter vor als es aus rechtlicher Perspektive erforderlich wäre, da Fälle, die eine längere Arbeitsunfähigkeit mit sich ziehen, medizinisch vor Ort abgeklärt werden sollten.

Die AU-Bescheinigungen der TeleClinic sind also für Kurzzeiterkrankungen ausgelegt. Der Patient wird darauf hingewiesen, dass

  • die AUs der TeleClinic keine Gültigkeitkeit haben, um Krankentagegeld von der Krankenkasse zu beziehen.

Gegenüber Arbeitgebern haben die AU-Bescheinigungen, die über die TeleClinic ausgestellt werden, sowohl für Kassenpatienten als auch für Privatpatienten volle Rechtsgültigkeit, da hier eine private AU ausreicht und die Regelungen im Verhältnis zu gesetzlichen Krankenkassen (z.B. die GBA Richtlinie) nicht einschlägig sind.
In jedem Fall empfehlen wir Arbeitgebern und Arbeitnehmern den Umgang mit digitalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen
im Voraus zu klären.

Bestreitet der Arbeitgeber trotz der vorgelegten ordnungsgemäß erteilten ärztlichen Bescheinigung die Arbeitsunfähigkeit, muss er Tatsachen vortragen, die ernsthafte Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen und dadurch den Beweiswert der ärztlichen Bescheinigung erschüttern. Das Zustandekommen des Arztgespräches über Telemedizin alleine ist keine solche Tatsache.

  • Denn in jedem konkreten Fall konnte der über TeleClinic behandelnde Arzt sich allein aufgrund der bei der Fernbehandlung zur Verfügung stehenden Untersuchungsmittel davon überzeugen, dass diese Patientin/dieser Patient erkrankt und aufgrund der Erkrankung nicht in der Lage ist, ihre/seine berufliche Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum auszuüben.
  • Die Ausstellung von “Kind-Krank-AUs” sind aktuell nicht möglich.
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