Welche Medikamente können nicht oder nur sehr eingeschränkt über die Plattform der TeleClinic verschrieben werden?

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Eine Auswahl von Medikamenten mit eingeschränkter Verordnungsfähigkeit oder Missbrauchspotential entnehmen Sie bitte auch aus der an die PatientInnen gerichteten Seite.
Die Seite wird regelmäßig angepasst, erweitert. und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte beachten Sie ggf. auch Klasseneffekte und den Einsatz zur Wirkverstärkung bei kombinierter Einnahme.

  • Suchtgefahr:
    Die sichere medizinische Versorgung von TeleClinic-Patienten hat für uns höchste Priorität.
    Immer wieder kommt es vor, dass Anfragen zu Verordnungen von potentiell suchtgefährdenden Medikamenten gestellt werden. Die telemedizinischen Assistent*innen sind angewiesen gemäß den unten aufgeführten Leitlinien eine Triagierung in diesem Bereich durchzuführen. 
     
  • Die “4-K-Regel” gilt hier bei der TeleClinic als Richtlinie zur Verordnung der o.g. Medikamente in besonderen Fällen:  
    • klare Indikation (Verordnung nur bei klarem Grund der medikamentösen Therapie und bei Aufklärung über das bestehende Abhängigkeitspotenzial)
    • korrekte Dosierung (Verschreibung kleinster Packungsgrößen, für die bei der Krankheit angezeigte Dosierung)
    • kurze Anwendung (Dauer der Behandlung vereinbaren, sorgfältige Überprüfung der Weiterbehandlung)
    • kein schlagartiges Absetzen des Medikaments
  • Bitte informieren auch Sie sich als über die Plattform der TeleClinic arbeitende Arzt über Medikamente mit Sucht- oder Missbrauchspotential. Wir freuen uns auch sehr über Ihr Feedback zur Sache und arbeiten das an dieser Stelle gerne mit ein.

  • Für 2020 sind S3-Leitlinien zu Medikamentensucht geplant. Diese werden Sie dann auch hier finden können, so bald sie erschienen sind. 

  • Zur Orientierung lesen Sie den Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung. 

  • Einen sehr guten Übersichtsartikel zum Thema mit guter Auflistung gängiger Substanzen und deren Missbrauchspotential finden Sie hier (DAZ 33/2015)

  • Off-Label-Use:
    • Unter Off-​Label-Use wird der zulassungsüberschreitende Einsatz eines Arzneimittels außerhalb der von den nationalen oder europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Anwendungsgebieten (Indikationen, Patientengruppen) verstanden. 
      Grundsätzlich ist Ärztinnen und Ärzten eine zulassungsüberschreitende Anwendung von Arzneimitteln erlaubt.
      Auch wenn die Verordnung von Medikamenten mit Off-Label-Use möglich ist sollen dabei dieselben Regeln gelten, wie sie oben bei den potentiell suchtgefährdenden Medikamenten aufgeführt sind.

  • Isotretinoin:
    • Bei Männer kann bei sicherer Indikationsstellung die Verschreibung (nach Aufklärung, Labor) v.a. niedrig dosiert in Erwägung gezogen werden.
      Niedrig dosiert bedeutet 10 mg am Tag/ oder weniger. Hierunter sind eigentlich keine Veränderungen im Labor zu erwarten. Trotzdem ist ein Ausgangsbefund und weitere Kontrollen dringend angeraten. Bitte sichern Sie sich hier stets durch eine gute ärztliche Dokumentation ab. 
      Höhere Dosierungen (20 mg/Tag) sollten weiterhin auch bei Männern auf Grund der dann zu erwartenden Nebenwirkungen ambulant beim Arzt vor Ort verschrieben werden. 

    • Bei Frauen ist eine Verordnung via TeleClinic NICHT zulässig. 

 

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